In den Diskussionen über die Auswirkungen der Coronakrise werden immer wieder die positiven Aspekte genannt, die aus der Krise resultieren. Einer davon ist die intensive Beschäftigung mit dem eigenen Garten, der Begrünung von Terrasse und Balkon. Stichwort: Blumenerde ist das neue Klopapier. Vor den Kassen in Gartencentern und Baumärkten bilden sich lange Schlangen und ein Blick in die Einkaufswagerl zeigt, dass sich viele mit dem Anbau von eigenem Obst und Gemüse beschäftigen. Die schönen Tage im April haben viele genutzt, um im vorhandenen Garten intensiv zu arbeiten, und in der Stadt verwandeln sich zunehmend viele Balkone und Terrassen in grüne Oasen.

Manche Kulturen wie zum Beispiel Kräuter, Gemüse oder Sommerblumen versprechen schnellen Erfolg und Genuss, andere erfordern etwas Geduld. Dazu gehört auch die Aussaat von Zitruspflanzen. So mancher selbst gesäte Zitronen- oder Orangenbaum hat sich jedoch zum vielgeliebten Familienerbstück ausgewachsen. Die Aussaat ist ganz einfach und ist immer wieder auch für Kinder eine spannende Beschäftigung.

Wir benötigen Zitrusfrüchte, einen kleinen Topf, Blumerde, Messer und eine kleine Schüssel, Glasscheibe von einem alten Bilderrahmen oder ähnliches zum Abdecken des Topfes.

Die Frucht vorsichtig mit einem scharfen Messer aufschneiden. Da die Kerne in der Regel in der Mitte der Frucht sitzen, vorsichtig schneiden, um sie nicht zu verletzen.

Die Kerne entnehmen und 24 Stunden ins Wasser legen.

Den Topf zu etwa zwei Drittel mit Erde füllen und die eingeweichten Kerne hineinlegen. Dann die Kerne mit einem Finger breit Erde bedecken. Vorsichtig angießen und den Topf mit der Glasscheibe, Schüssel etc. abdecken, damit die Erde nicht austrocknet. Wenn man einen Plastiktopf verwendet, der gut abgedeckt ist, muss bis zum Keimen in der Regel nicht mehr gegossen werden. Bei Tontöpfen verdunstet das Wasser auch durch den Topf, so dass hier ab und zu vorsichtig gegossen werden muss. Die Erde darf nicht austrocknen aber auch nicht völlig durchweicht sein, da die Kerne dann anfangen zu schimmeln. Den Topf nun an einen warmen Ort stellen.

Nach drei bis vier Wochen zeigen sich die Keime mit den ersten zarten Blättern. Nun muss die Pflanze an einem hellen, sonnigen Ort stehen, um sich gut entwickeln zu können. Vorsichtig gießen.

Je nach Zitrusart sind die Pflanzen unterschiedlich wüchsig. Ab Mitte Mai können die kleinen Zitruspflänzchen dann auch an einem geschützten, sonnigen Platz auf der Terrasse oder dem Balkon stehen. Nach etwa einem Jahr wird die Pflanze umgetopft.

So rasch Zitruspflanzen wachsen, so lange dauert es jedoch bis zur ersten Ernte. Hier ist Geduld gefordert. Je nach Art dauert es zwischen zehn und 25 Jahren bis der selbst ausgesäte Baum blüht und fruchtet. Im kommerziellem Anbau aber auch in der Zitrussammlung der Österreichischen Bundesgärten in Schönbrunn werden die Bäume daher veredelt, um innerhalb weniger Jahre Früchte zu erhalten.